Woran erkennt man einen guten Tiertherapeuten?

Autor: Hardy Keller ist Dorn- und Physiotherapeut sowie Chiropraktiker für Pferde und Hunde, Huftechniker und angehender Hufbeschlagsschmied.

Jeder Therapeut möchte seinen Patienten helfen. Doch nicht jeder Therapeut besitzt die Fähigkeiten und das Wissen, eine wirkliche Hilfe zu sein. Für den Tierbesitzer ist es natürlich schwierig, die fachliche Qualität zu erkennen – einige grundlegende Punkte aber geben bereits Auskunft darüber, ob der Therapeut seine Verantwortung und das Tier selbst ernst nimmt.

Ob Pferde-Osteopath, Hunde-Chiropraktiker oder Tier-Physiotherapeut – die wichtigsten Gradmesser zur Beurteilung seiner Qualifikation sind die Reaktion des Tieres – und Ihr Bauchgefühl! Wenn Ihr Tier plötzlich handscheu reagiert oder Sie selbst sich nicht wohlfühlen, sprechen Sie es an und brechen Sie die Behandlung gegebenenfalls ab. Ein guter Therapeut geht immer individuell auf das einzelne Tier, die jeweilige gesundheitliche Problematik und auch die Sorgen des Besitzers ein. „Schema F“ zeugt von wenig Gefühl für das Individuum. Er vermittelt dem Tier ein gutes Gefühl, sodass es sich auf die Behandlung einlässt. Ein guter Therapeut verursacht keine Schmerzen – er lindert sie!

Weitere Kriterien – woran erkennen Sie als Tierhalter einen guten Therapeuten?

Ein guter Tiertherapeut...

  • nimmt sich Zeit und verbreitet keine Hektik.
  • ist einfühl- und behutsam und nimmt Rücksicht auf die individuellen Verhaltensweisen, Ängste oder Bedürfnisse des Tieres.
  • erfragt, bevor er mit den therapeutischen Maßnahmen beginnt, detailliert die Vor- und Krankengeschichte.
  • prüft, sofern vorhanden, bereits vorliegende Rönten-, Ultraschall- oder MRT-Bilder und Berichte von Fachkollegen.
  • erklärt vorab, was er am Tier ausführen möchte – und erläutert ebenfalls vorab sein Preismodell.
  • lässt sich den Hund oder das Pferd im Schritt und Trab an lockerer Leine/Führstrick vorführen (sofern möglich).
  • palpiert immer den kompletten Patienten und nicht nur die Region, in der eine Problematik vermutet wird.
  • achtet und reagiert auf Reaktionen während der Untersuchung/Behandlung und nimmt diese ernst.
  • erstellt einen Behandlungsplan, erläutert Ihnen die weiteren Schritte und gibt Hausaufgaben und Empfehlungen.
  • verweist Sie bzw. Ihr Tier gegebenenfalls an einen besser passenden Therapeuten oder auch an einen schulmedizinschen Fachkollegen. Ein souveräner Therapeut macht auch keine Kollegen schlecht – denn das hat er nicht nötig.
  • überschätzt sich nicht selbst. Gerade dieser Punkt ist für Tierbesitzer schwer einschätzbar. Fragen Sie nach den Zusammenhängen der Erkrankung und Therapie, aber auch den therapeutischen Vorerfahrungen, und seien Sie ruhig skeptisch, wenn der Therapeut sich in Widersprüchen verstrickt.
  • prahlt nicht mit Zertifikaten, sondern zeigt Leistung und Kompetenz.
  • geht auf Ihre Fragen und Sorgen ein.
  • schreibt nach der Behandlung einen sach- und fachgerechten Befundbericht, der gegebenenfalls auch an den Tierarzt übergeben werden kann, und lässt diesen dem Besitzer zeitnah zukommen.
  • erkundigt sich nach ein paar Tagen, wie das Befinden des Patienten ist, oder bittet Sie um Mitteilung dazu.

 

Wir helfen Ihnen bei der Suche nach einem guten Tiertherapeuten – mit unserer Therapeutenliste!

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